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LinkedIn wird zur Creator-Plattform: Warum Unternehmen umdenken müssen

Marc KarpinskiMarc Karpinski
6 Min. Lesezeit
LinkedIn wird zur Creator-Plattform: Warum Unternehmen umdenken müssen

LinkedIn gilt schon lange als digitales Business-Netzwerk. Die Plattform ist der Ort für Karrieren, Recruiting, Branchenkontakte und Unternehmenskommunikation. Wer sichtbar werden möchte, optimiert sein Profil, veröffentlicht gelegentlich einen Beitrag und pflegt die Unternehmensseite. Diese Rolle verändert sich jedoch spürbar.

Mit Creator-Programmen, Videoformaten, Newslettern, erweiterten Analytics und neuen Interaktionsmöglichkeiten entwickelt sich LinkedIn immer stärker zu einer Plattform, auf der Inhalte im Mittelpunkt stehen. Aktuell testet LinkedIn beispielsweise Collaborative Posts zwischen Mitgliedern und Unternehmensseiten und führt gleichzeitig GIF-Kommentare ein. Funktionen, die viele bislang eher von klassischen Social-Media-Plattformen kennen.

Die spannende Frage lautet deshalb: Warum investiert LinkedIn so konsequent in Creator?

LinkedIn braucht Creator

Um zu verstehen, was gerade passiert, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung anderer Plattformen. TikTok, Instagram und YouTube haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass Menschen nicht wegen der Plattform selbst zurückkehren. Sie kommen wegen der Inhalte. Sie folgen Persönlichkeiten. Sie verfolgen Meinungen. Sie interessieren sich für Geschichten.

Die jüngsten Funktionen unterstreichen diese Entwicklung eindrucksvoll. LinkedIn testet derzeit sogenannte Collaborative Posts. Künftig sollen Mitglieder und Unternehmensseiten gemeinsame Beiträge veröffentlichen können. Damit rücken persönliche Profile und Unternehmen noch enger zusammen. Experten erhalten mehr Sichtbarkeit, während Unternehmen die Reichweite ihrer Mitarbeitenden gezielter in ihre Kommunikation einbinden können.

Auch die Einführung von GIFs in Kommentaren verfolgt dieses Ziel. LinkedIn möchte Interaktionen lebendiger gestalten und übernimmt damit Mechanismen, die Nutzer aus anderen sozialen Netzwerken längst kennen.

Noch deutlicher wird LinkedIns Strategie beim Thema Video. Die Plattform spielt Videos inzwischen deutlich prominenter aus und testet unter anderem einen eigenen Feed für vertikale Videos. LinkedIn orientiert sich damit an einem Nutzungsverhalten, das sich auf TikTok, Instagram und YouTube längst etabliert hat. Für Unternehmen bedeutet das: Fachwissen wird künftig nicht mehr ausschließlich in Textbeiträgen vermittelt. Persönliche Einblicke, kurze Erklärvideos oder Einschätzungen zu aktuellen Entwicklungen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Genau diese Inhalte sorgen dafür, dass Nutzer täglich zurückkehren und Zeit auf einer Plattform verbringen. LinkedIn hatte lange Zeit einen anderen Fokus.

LinkedIn war lange vor allem ein Netzwerk für Recruiting, Jobsuche und geschäftliche Kontakte. Für die tägliche Nutzung reicht das jedoch nicht aus. Menschen verbringen ihre Zeit dort, wo relevante Inhalte entstehen.

Deshalb investiert LinkedIn inzwischen massiv in Creator und Experten. Die Plattform möchte nicht nur das größte berufliche Netzwerk sein. Sie möchte zum Ort werden, an dem berufliche Inhalte entstehen und konsumiert werden.

Die Creator Economy erreicht den B2B-Bereich

Lange Zeit wurde der Begriff Creator fast ausschließlich mit Influencern verbunden. Man dachte an YouTuber, Streamer oder TikTok-Stars. Heute entsteht jedoch eine neue Form von Creator. Nicht im Entertainment, sondern im B2B.

Geschäftsführer berichten über Unternehmensführung, Recruiter analysieren Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, Vertriebsexperten sprechen über Kundenbeziehungen und Projektleiter teilen ihre Erfahrungen aus laufenden Projekten. Diese Menschen verkaufen keine Unterhaltung. Sie teilen Wissen, Erfahrungen und Perspektiven. Genau darin liegt ihre Relevanz.

Die Creator Economy ist längst nicht mehr auf Lifestyle-Themen beschränkt. Sie entwickelt sich zunehmend zu einer Wissensökonomie, in der Fachwissen und persönliche Erfahrungen Aufmerksamkeit erzeugen. LinkedIn reagiert auf diese Entwicklung und schafft die Infrastruktur dafür.

Warum Unternehmensseiten an Grenzen stoßen

Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Unternehmen. Über viele Jahre hinweg stand die Unternehmensseite im Mittelpunkt der Social-Media-Strategie. Dort wurden Neuigkeiten veröffentlicht. Dort wurde die Marke präsentiert. Dort entstand Sichtbarkeit. Heute zeigt sich jedoch ein anderes Bild.

Persönliche Profile erzielen häufig deutlich mehr Reichweite und Interaktion als Unternehmensseiten. Der Grund dafür ist nachvollziehbar. Menschen interessieren sich für Menschen.

Die aktuell getesteten Collaborative Posts greifen genau diese Entwicklung auf. Künftig sollen Unternehmensseiten und persönliche Profile gemeinsame Beiträge veröffentlichen können. LinkedIn schafft damit eine technische Lösung für etwas, das viele Unternehmen bereits beobachten: Besonders erfolgreich sind Inhalte häufig dann, wenn Fachwissen aus dem Unternehmen über die Menschen sichtbar wird, die täglich damit arbeiten. Unternehmensseite und persönliches Profil stehen künftig nicht mehr zwangsläufig in Konkurrenz – sie können sich gegenseitig verstärken.

Die Sichtbarkeit verlagert sich

Für Unternehmen bedeutet das eine grundlegende Veränderung. Früher entstand Sichtbarkeit überwiegend über die Marke. Heute entsteht sie zunehmend über die Menschen hinter der Marke. Das verändert auch die Customer Journey.

Potenzielle Kunden begegnen häufig zuerst einem Experten, einem Geschäftsführer oder einem Mitarbeiter. Erst später beschäftigen sie sich mit dem Unternehmen selbst. Vertrauen entsteht dadurch oft früher als die eigentliche Kaufentscheidung.

Viele Unternehmen profitieren bereits heute von diesem Effekt. Interessenten folgen über Monate den Beiträgen eines Geschäftsführers. Bewerber beobachten die Inhalte von Mitarbeitern. Potenzielle Kunden sehen regelmäßig Beiträge von Experten.

Wenn später ein konkreter Bedarf entsteht, ist die Marke längst bekannt. Die eigentliche Beziehung wurde häufig schon viel früher aufgebaut.

Warum diese Entwicklung auch Risiken birgt

So positiv diese Entwicklung ist, sie bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Wenn Sichtbarkeit über Personen entsteht, entsteht gleichzeitig eine gewisse Abhängigkeit von diesen Personen. Ein Mitarbeiter baut über Jahre hinweg eine starke Community auf. Ein Geschäftsführer wird als Experte wahrgenommen. Ein Recruiter entwickelt eine hohe Reichweite in seiner Zielgruppe.

Was passiert, wenn diese Person das Unternehmen verlässt? Die Reichweite bleibt in den meisten Fällen bei der Person und nicht beim Unternehmen. Viele Organisationen beschäftigen sich deshalb aktuell mit einer strategischen Frage: Wie lässt sich persönliche Sichtbarkeit fördern, ohne sich ausschließlich von einzelnen Personen abhängig zu machen? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht.

Es zeichnet sich jedoch ab, dass Unternehmen künftig stärker auf Netzwerke aus Experten setzen müssen, anstatt ihre Sichtbarkeit auf wenige Personen zu konzentrieren.

Employee Generated Content wird strategisch

Genau hier gewinnt Employee Generated Content an Bedeutung. Viele Unternehmen betrachten EGC noch immer als Marketingmaßnahme. Tatsächlich entwickelt es sich zunehmend zu einem strategischen Instrument.

Wenn mehrere Mitarbeiter sichtbar werden, verteilt sich Wissen auf verschiedene Personen. Unterschiedliche Perspektiven werden sichtbar. Die Marke wird weniger abhängig von einzelnen Gesichtern. Gleichzeitig entsteht ein deutlich authentischeres Bild des Unternehmens. Kunden sehen nicht nur die Geschäftsführung. Sie erleben die Menschen hinter Projekten, Produkten und Dienstleistungen. Dadurch entsteht Vertrauen auf einer deutlich breiteren Basis.

Was Unternehmen jetzt tun sollten

Die Entwicklung von LinkedIn zur Creator-Plattform bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen morgen zehn Content Creator beschäftigen muss. Sie zeigt jedoch deutlich, in welche Richtung sich professionelle Kommunikation entwickelt.

Experten werden sichtbarer, persönliche Profile gewinnen an Bedeutung und Fachwissen wird zunehmend über Menschen vermittelt. Dabei sollten Unternehmen nicht ausschließlich an klassische Textbeiträge denken. Videos entwickeln sich auch auf LinkedIn zu einem der wichtigsten Formate, um Aufmerksamkeit zu gewinnen, Vertrauen aufzubauen und komplexe Themen verständlich zu vermitteln.

Unternehmen sollten deshalb beginnen, sich mit einigen grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen. Welche Personen innerhalb des Unternehmens verfügen über wertvolle Erfahrungen? Wer möchte sichtbar werden? Welche Themen eignen sich für eine langfristige Positionierung? Und wie lässt sich dieses Wissen nachhaltig sichtbar machen?

Viele Unternehmen besitzen die Antworten bereits. Oft fehlt lediglich die Struktur, um daraus eine Strategie zu entwickeln.

Wie KNOWYOURCHAT dabei unterstützt

Die Entwicklung von LinkedIn zur Creator-Plattform stellt viele Unternehmen vor eine neue Aufgabe. Die meisten Unternehmen verfügen bereits über Experten mit wertvollem Wissen. Sie kennen ihre Kunden, ihre Projekte und ihre Branche oft besser als jeder externe Creator.

Trotzdem bleiben viele dieser Menschen unsichtbar. Nicht weil ihnen Themen fehlen, sondern weil ihnen Zeit, Struktur oder die nötige Unterstützung fehlen, ihre Erfahrungen in Inhalte zu übersetzen. Genau hier spielt die AI Crew ihre größte Stärke aus.

Sie unterstützt nicht einfach bei der Erstellung von Beiträgen. Ihr eigentlicher Mehrwert liegt darin, Wissen sichtbar zu machen. Ein Geschäftsführer muss seine Gedanken nicht erst in einen perfekten LinkedIn-Beitrag verwandeln. Ein Vertriebsmitarbeiter muss keine Content-Strategie entwickeln. Ein Projektleiter muss kein Social-Media-Experte werden.

Die AI Crew hilft dabei, Erfahrungen, Ideen und Fachwissen in Inhalte zu übersetzen, die zur jeweiligen Person passen. Dabei arbeitet sie nicht wie ein klassisches Sprachmodell, das jede Anfrage isoliert betrachtet. Die AI Crew kennt den Kontext des Unternehmens, berücksichtigt definierte Zielgruppen, Content-Säulen und Kommunikationsziele und orientiert sich an der gewünschten Tonalität.

Das wird besonders wichtig, wenn mehrere Personen sichtbar werden. Ein Geschäftsführer kommuniziert anders als ein Recruiter. Ein Vertriebsexperte spricht anders als ein Projektleiter. Ein Mitarbeiter aus der Produktion setzt andere Schwerpunkte als das Marketing.

Die AI Crew hilft dabei, diese Unterschiede sichtbar zu machen, anstatt sie zu vereinheitlichen. Dadurch entsteht keine generische Unternehmenskommunikation. Es entsteht ein Netzwerk aus Experten, die ihre eigenen Erfahrungen teilen und gleichzeitig auf die gleichen Unternehmensziele einzahlen.

Gerade in einer Zeit, in der LinkedIn immer stärker auf Creator und persönliche Profile setzt, wird genau diese Fähigkeit zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Denn die wertvollsten Creator eines Unternehmens sitzen häufig bereits im eigenen Büro.

Fazit

LinkedIn entwickelt sich zunehmend von einem beruflichen Netzwerk zu einer Creator-Plattform. Die eigentliche Bedeutung dieser Entwicklung liegt jedoch nicht in neuen Funktionen oder Programmen. Sie liegt in einer Verschiebung, die viele Unternehmen bereits spüren.

Sichtbarkeit entsteht immer häufiger über Menschen. Experten werden zu Markenbotschaftern. Mitarbeiter werden zu Multiplikatoren. Geschäftsführer werden zu Meinungsführern.

Unternehmen, die diese Entwicklung frühzeitig verstehen, können Vertrauen aufbauen, bevor Wettbewerber denselben Weg einschlagen. Denn die wertvollsten Inhalte entstehen selten in Marketingabteilungen. Sie entstehen dort, wo täglich Erfahrungen gesammelt, Probleme gelöst und Entscheidungen getroffen werden.

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