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Instagrams Raster Anordnung: Warum Unternehmen ihr Profil neu denken sollten

Marc KarpinskiMarc Karpinski
6 Min. Lesezeit
Instagrams Raster Anordnung: Warum Unternehmen ihr Profil neu denken sollten

„Finally.“ Mehr schrieb Instagram-Chef Adam Mosseri Anfang Juni 2026 nicht, als das Unternehmen den weltweiten Rollout der neuen Grid Reorder ankündigte.

Seit Jahren wünschten sich Creator, Unternehmen und Social-Media-Verantwortliche mehr Kontrolle über ihr Instagram-Profil. Das Anheften von bis zu drei Beiträgen war bereits seit 2022 möglich und bot erste Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Reihenfolge aller übrigen Inhalte galt jedoch weiterhin eine einfache Regel: Sie richtete sich ausschließlich nach dem Veröffentlichungsdatum. Wer sein Profil darüber hinaus strategisch aufbauen wollte, musste Beiträge archivieren, neu veröffentlichen oder Kompromisse eingehen. Mit dem Rollout Anfang Juni hat sich das geändert.

Interessanter als die Funktion selbst ist die Frage, warum Instagram diesen Schritt gerade jetzt geht. Neue Funktionen entstehen selten zufällig. Meist reagieren Plattformen damit auf ein verändertes Nutzerverhalten. Genau das lässt sich auch bei der neuen Möglichkeit erkennen, das Profil frei neu anzuordnen.

Das Instagram-Profil hat eine neue Aufgabe

Wer heute ein Unternehmen auf Instagram entdeckt, gelangt nur noch selten direkt über dessen Profil dorthin. Der erste Berührungspunkt ist häufig ein Reel, ein einzelner Beitrag, ein Kommentar oder die Suche innerhalb der Plattform. Erst danach wird das Profil geöffnet. Genau dort fällt innerhalb weniger Sekunden eine Entscheidung: Folge ich diesem Account? Informiere ich mich weiter? Oder schließe ich das Profil wieder?

Diese wenigen Sekunden sind für Unternehmen wertvoller geworden als je zuvor. Früher begann die Customer Journey häufig auf der Unternehmenswebsite. Dort wurden Leistungen erklärt, Referenzen präsentiert und Vertrauen aufgebaut. Heute übernehmen Social-Media-Profile einen großen Teil dieser Aufgabe. Sie vermitteln einen ersten Eindruck, zeigen die Arbeitsweise eines Unternehmens und beantworten oft schon die wichtigste Frage eines Besuchers: Lohnt es sich, hier mehr Zeit zu investieren?

Das erklärt auch, warum Grid Reorder weit mehr ist als eine neue Designfunktion. Instagram verändert damit die Bedeutung des gesamten Profils.

Chronologische Feeds passen nicht mehr zum heutigen Nutzungsverhalten

Instagram war viele Jahre einfach aufgebaut. Neue Beiträge erschienen oben, ältere rutschten automatisch nach unten. Das Profil entwickelte sich chronologisch und das unabhängig davon, welche Inhalte für neue Besucher tatsächlich relevant waren.

Wer heute das Profil vieler Unternehmen öffnet, findet deshalb häufig eine Mischung aus Produktvorstellungen, Messebesuchen, Recruiting-Beiträgen, Teamfotos und Unternehmensnews. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Die Reihenfolge erzählt allerdings selten die Geschichte, die ein Unternehmen eigentlich erzählen möchte.

Kaum jemand würde seine Unternehmenswebsite nach dem Prinzip aufbauen: "Das Neueste steht ganz oben, alles andere sortieren wir automatisch darunter." Websites werden geplant. Landingpages werden bewusst aufgebaut. Jede Überschrift, jedes Bild und jede Referenz verfolgen ein Ziel.

Auf Instagram war das bislang kaum möglich. Grid Reorder hebt genau diese Einschränkung auf. Unternehmen können erstmals selbst entscheiden, welche Inhalte neue Besucher zuerst sehen sollen. Das verändert den Blick auf das eigene Profil grundlegend.

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Bereits seit 2022 können auf Instagram bis zu drei Beiträge im Profil angeheftet werden. Viele Unternehmen nutzen diese Möglichkeit, um wichtige Kampagnen, Recruiting-Inhalte oder besonders erfolgreiche Beiträge dauerhaft sichtbar zu halten. Mit der neuen Funktion geht Instagram jedoch deutlich weiter. Statt lediglich drei Beiträge hervorzuheben, lässt sich künftig das gesamte Profil strategisch strukturieren. Die Reihenfolge einzelner Inhalte wird damit nicht mehr vom Veröffentlichungsdatum bestimmt, sondern kann bewusst an den eigenen Kommunikationszielen ausgerichtet werden.

Das Profil wird zur Landingpage

Landingpages verfolgen eine klare Aufgabe. Sie helfen Besuchern dabei, sich schnell zu orientieren. Sie schaffen Vertrauen. Sie beantworten Fragen und führen den Nutzer Schritt für Schritt durch ein Thema.

Genau diese Rolle übernimmt das Instagram-Profil immer häufiger. Ein potenzieller Kunde möchte sehen, welche Projekte ein Unternehmen bereits umgesetzt hat. Ein Bewerber interessiert sich für die Unternehmenskultur. Ein Geschäftspartner verschafft sich einen ersten Eindruck der Marke. Alle starten an derselben Stelle: dem Profil.

Die Frage lautet deshalb nicht mehr ausschließlich: "Welchen Beitrag veröffentlichen wir als Nächstes?" Mindestens genauso wichtig ist inzwischen eine andere Überlegung.

Welche Inhalte sollen Menschen sehen, wenn sie unser Profil zum ersten Mal besuchen? Diese Perspektive kann die gesamte Content-Strategie verändern.

Qualität schlägt Aktualität

Eine der größten Veränderungen liegt darin, dass gute Inhalte deutlich länger relevant bleiben können.

Bislang verschwanden selbst erfolgreiche Beiträge mit der Zeit automatisch im Feed. Ein starkes Kundenprojekt aus dem vergangenen Jahr war irgendwann kaum noch sichtbar. Dasselbe galt für wichtige Unternehmenswerte, besonders gelungene Recruiting-Kampagnen oder Inhalte, die häufige Kundenfragen beantworteten.

Mit der Raster-Neuanordnung können diese Beiträge wieder in den Mittelpunkt rücken. Das verändert auch die Bewertung von Content. Nicht jeder Beitrag muss ständig neu produziert werden. Manche Inhalte verdienen es, dauerhaft sichtbar zu bleiben.

Unternehmen verfügen häufig bereits über hervorragenden Content. Er befindet sich lediglich an der falschen Stelle im Profil.

Ein kurzer Perspektivwechsel

Ein Blick auf das eigene Unternehmensprofil zeigt schnell, wie unterschiedlich Inhalte heute nebeneinanderstehen. Produktvorstellungen, Recruiting-Beiträge, Messebesuche oder Teamfotos erzählen häufig keine bewusst geplante Geschichte. Sie spiegeln vielmehr die vergangenen Monate wider. Genau hier eröffnet die neue Funktion erstmals die Möglichkeit, Inhalte strategisch zu priorisieren.

Die Psychologie beschreibt diesen Effekt seit vielen Jahren. Menschen treffen innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen über Glaubwürdigkeit, Kompetenz und Professionalität. Spätere Informationen bestätigen diesen ersten Eindruck häufig eher, als dass sie ihn grundlegend verändern.

Social Media funktioniert dabei nicht anders als eine Website oder ein persönliches Gespräch. Der erste Eindruck entsteht schnell. Deshalb lohnt es sich, genau diesen ersten Eindruck bewusst zu gestalten.

Wie Unternehmen ihr Profil künftig strukturieren können

Grid Reorder eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ihr Profil strategisch zu strukturieren. Welche Inhalte in die erste Reihe gehören, hängt selbstverständlich von den eigenen Zielen ab. Trotzdem lassen sich einige Muster erkennen.

Ein Softwareunternehmen könnte ganz oben erklären, welches Problem die Lösung beseitigt, anschließend ein erfolgreiches Kundenprojekt zeigen und danach einen Blick hinter die Produktentwicklung geben.

Für ein Handwerksunternehmen wären abgeschlossene Projekte, echte Vorher-Nachher-Beispiele und Einblicke in den Arbeitsalltag vermutlich deutlich überzeugender als allgemeine Unternehmensnachrichten.

Eine Steuerkanzlei könnte häufige Mandantenfragen beantworten, das Team vorstellen und komplexe Themen verständlich erklären.

Unternehmen, die regelmäßig neue Mitarbeitende suchen, profitieren häufig davon, wenn Bewerber schon in den ersten Beiträgen Einblicke in den Arbeitsalltag, die Unternehmenskultur und das Team erhalten.

Allen Beispielen ist eines gemeinsam. Die Reihenfolge orientiert sich nicht mehr am Veröffentlichungsdatum, sondern an den Erwartungen neuer Besucher.

So funktioniert die Neuanordnung

Die Funktion wird seit Anfang Juni 2026 schrittweise weltweit ausgerollt und steht inzwischen für immer mehr Konten zur Verfügung.

Tippe einen bereits veröffentlichten Beitrag an und halte solange, bis sich das Dialogfenster öffnet. Tippe dann auf "Raster neu anordnen", um dein Grid anzupassen.

Sobald die Neuanordnung für dein Profil verfügbar ist, kannst du bestehende Beiträge innerhalb des Profilrasters frei verschieben. Likes, Kommentare, Reichweite und das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum bleiben vollständig erhalten. Inhalte müssen also weder gelöscht noch erneut veröffentlicht werden.

Bevor du mit dem Verschieben beginnst, solltest du dein Profil jedoch aus der Sicht eines neuen Besuchers betrachten. Welche Beiträge erklären dein Unternehmen am besten? Welche Inhalte schaffen Vertrauen? Welche Themen möchtest du dauerhaft sichtbar halten?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt sich die eigentliche Neuanordnung.

Die größten Fehler

Neue Funktionen führen fast immer dazu, dass Unternehmen zunächst an der Oberfläche arbeiten. Viele werden ihre schönsten Bilder nach oben ziehen. Andere werden versuchen, ein möglichst harmonisches Farbraster zu gestalten. Beides kann sinnvoll sein. Entscheidender ist jedoch, ob das Profil verständlich wird.

Kann ein neuer Besucher innerhalb weniger Sekunden erkennen, wofür das Unternehmen steht? Versteht er, welche Leistungen angeboten werden? Erkennt er, warum sich ein weiterer Blick lohnt? Ein schönes Grid ersetzt keine klare Kommunikation.

Wie KNOWYOURCHAT dabei unterstützt

Die neue Rasteranordnung verändert nicht nur Instagram. Die Funktion verändert auch die Art, wie Unternehmen Content planen.

Bisher stand häufig der einzelne Beitrag im Mittelpunkt. Heute gewinnt das Gesamtbild des Profils an Bedeutung. Dadurch entstehen neue Fragen: Welche Themen sollen dauerhaft sichtbar bleiben? Welche Inhalte zahlen auf Recruiting ein? Welche unterstützen den Vertrieb? Welche Beiträge schaffen Vertrauen und welche können in den Hintergrund rücken?

Genau dabei unterstützt die AI Crew von KNOWYOURCHAT.

Sie hilft Unternehmen dabei, Content nicht nur isoliert zu entwickeln, sondern entlang einer langfristigen Strategie zu planen. Gemeinsam entstehen Content-Säulen, Themenwelten und Formate, die auf die Ziele des Unternehmens abgestimmt sind und sich zu einem stimmigen Gesamtbild ergänzen. So entwickelt sich das Instagram-Profil Schritt für Schritt zu einer digitalen Visitenkarte, die Besucher überzeugt und Orientierung bietet.

Neugierig geworden? Registriere dich kostenlos bei KNOWYOURCHAT und entdecke, wie die AI Crew dich dabei unterstützt, passende Inhalte für Social Media zu entwickeln – abgestimmt auf dein Unternehmen, deine Zielgruppe und deine Tonalität.

Fazit

Adam Mosseris „Finally.“ war mehr als ein augenzwinkernder Kommentar. Die neue Grid Reorder beendet eine Einschränkung, die Instagram seit seiner Einführung begleitet hat. Gleichzeitig verändert die Funktion den Blick auf Unternehmensprofile. Sie sind längst nicht mehr nur ein Archiv vergangener Beiträge. Sie entwickeln sich zu einem Ort, an dem Vertrauen entsteht, Marken wahrgenommen werden und Entscheidungen vorbereitet werden.

Wer sein Profil künftig wie eine Landingpage betrachtet, wird Inhalte anders planen als bisher. Nicht jeder neue Beitrag muss sofort wieder verschwinden.

Nicht jede Geschichte muss chronologisch erzählt werden. Manche Inhalte verdienen einen festen Platz. Genau dort, wo neue Besucher sie als Erstes sehen.

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